Luzerner Piatti-Tage

Am Kreuzstutz begrüsste über Jahrzehnte ein Elefant alle Reisenden. Der Schöpfer der Heliomalt-Werbung war der Basler Grafiker Celestino Piatti, der Anfang 2022 seinen hundertsten Geburtstag feiern könnte. An den Luzerner Piatti Tagen (19.–21. November 2021) kehrt nicht nur der «Heliofant» zurück – auch die politischen Plakate von Celestino Piatti werden im Hans Erni Museum beleuchtet.

Mit seiner unverkennbaren Designsprache wurde der Basler Künstler (1922–2007) international berühmt. Er gestaltete Kinderbücher, Briefmarken und unzählige Werbungen (z.B. für Campari, Rolex oder Terre des Hommes). Mit seinen über 500 Plakaten und mehr als 6000 dtv-Buchumschlägen wurde Celestino Piatti früh international bekannt. In Luzern war seine Handschrift vor allem an einem Ort präsent – am Kreuzstutz: Dort lächelte sich der von ihm gestaltete Heliomalt-Elefant gut 30 Jahre in die Herzen der Luzerner*innen. Im November 1965 wurde er an die Fassade gemalt. Verschwunden ist er erst in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahren. Und obwohl er nun schon seit einem Vierteljahrhundert «nicht mehr ist», erinnern sich dennoch viele an das sympathische Rüsseltier, das alle, die mit dem Zug oder im Auto vorbeizogen, freundlich begrüsste.

Eine einmalige Rückkehr an seinen Platz

Die Vereine UntergRundgang und «Celestino Piatti – das visuelle Erbe» bringen ihn nun am Freitag, 19. November 2021, nochmals für zwei Stunden zurück an «seinen Platz» beim Kreuzstutz. Der öffentliche und kostenlose Anlass startet um 18.30 Uhr. Und der «Heliofant» kommt nicht alleine. Er wird eskortiert von einer bunten Tierparade – gezeichnet von Celestino Piatti.

Wer mehr über die Hintergründe des Heliomalt-Elefanten am Kreuzstutz – und andere Kunstwerke im Quartier Untergrund erfahren möchte, kann am Samstag, 20. November 2021, den öffentlichen Rundgang «Piatti-Spezial» vom Verein UntergRundgang besuchen. Auch hier starten wir am Kreuzstutz. Ab 14.30 Uhr gehen wir mit aufmerksamen Augen durchs Quartier, an der Schnittstelle von Kunst und Geschichte.

Das politische Plakat

Piattis visuelle Botschaften haben das öffentliche Bewusstsein geprägt: Seine Grafik der Emotionen und der Fantasie besticht durch klare Formen und leuchtende Farben. Er machte Plakate für das Frauenstimmrecht und gegen eine menschenunwürdige Einwanderungspolitik, für den Tier- und Umweltschutz, gegen Atomkraftwerke. Celestino Piatti und Hans Erni – die beiden Ausnahme-Plakatgrafiker – haben ihre Kunst oft in den Dienst politischer Initiativen gestellt, ein Kampf, ausgetragen mit Form und Farbe. Am Sonntag, 21. November, findet im Hans Erni Museum ab 11.00 Uhr ein Gespräch über Hans Ernis und Celestino Piattis politische Plakate statt mit Barbara Piatti, Tochter des Künstlers, Claudio Miozzari, Journalist und Unternehmer, und Heinz Stahlhut, Leiter Museum Hans Erni.

Basel, Luzern, Zürich und München

Anlässlich seines baldigen 100. Geburtstags ist vor wenigen Tagen der Bildband «Celestino Piatti: Alles, was ich male, hat Augen» erschienen. Dieser lädt in Piattis Atelier-Werkstatt ein: Er versammelt ikonische Werke und zahlreiche noch nicht publizierte Fundstücke aus dem Privatarchiv. Erinnerungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie designhistorische Essays erzählen die Geschichte eines Künstlers, der seinen Beruf als Handwerk verstand und mit grösster Leidenschaft ausübte. Und sein Geburtstag wird nicht nur in Luzern «begangen». Auch in seiner Heimatstadt Basel, in Zürich und in München wird mit «Piatti Tagen» das Oeuvre des Ausnahmekünstlers wachgerufen.


«Die Rückkehr einer grafischen Ikone»

19. November 2021, 18.30 Uhr

Rund 30 Jahre hat sich der Heliomalt-Elefant von Celestino Piatti in die Herzen der Luzerner*innen gelächelt.

Mit einer Lichtinstallation der Vereine UntergRundgang und «Celestino Piatti – das visuelle Erbe» kommt er nun, in farbenfroher Begleitung anderer Piatti-Tiere, für zwei Stunden zurück.

  • Treffpunkt: Kreisel Kreuzstutz (Kultursäule)
  • Öffentliche Veranstaltung draussen, ohne Anmeldung

Spezial-UntergRundgang zu Celestino Piatti

Samstag, 20. November 2021, 14.30 Uhr

Mit aufmerksamen Augen durchs Quartier, an der Schnittstelle von Kunst und Geschichte.

  • Treffpunkt: Kreisel Kreuzstutz (Kultursäule)
  • Dauer: etwa 2 Stunden. Kosten: Fr. 15.–/10.–

Politische Bilder. Die engagierte Plakatkunst von Hans Erni und Celestino Piatti

21. November 2021, 11.00 Uhr

Heinz Stahlhut im Gespräch mit Claudio Miozzari und Barbara Piatti

Für das Frauenstimmrecht und und gegen eine menschenunwürdige Einwanderungspolitik, für den Tier- und Umweltschutz, gegen Atomkraftwerke – die beiden Ausnahme-Plakatgrafiker haben ihre Kunst oft in den Dienst politischer Initiativen gestellt, ein Kampf, ausgetragen mit Form und Farbe.
Im Gespräch wird dieses Engagement an ausgewählten Beispielen designgeschichtlich und historisch beleuchtet.